Deutsche Sprache – schwere Sprache

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Denn – weil

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Die RegelStift

Nur der obere Satz ist richtig. Weil steht immer mit Verbletztstellung. Entscheidet man sich für einen Nebensatz mit weil, muss das Verb am Ende des Nebensatzes stehen.
Denn steht hingegen mit Verbzweitstellung. Dabei steht das Verb an zweiter Stelle des Nebensatzes, wie in einem Hauptsatz.

 

Beispiele

Richtige Konstruktion: Weil mit Verbletztstellung:

  1. Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, weil sie zerkratzt ist.
  2. Elefanten können nicht Fahrradfahren, weil sie keinen Daumen zum Klingeln haben.
  3. Er möchte, weil er zuviel gegessen hat, keinen Kuchen mehr.
Weil mit Verbzweitstellung ist falsch:
  1. Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, weil sie ist zerkratzt.
  2. Elefanten können nicht Fahrradfahren, weil sie haben keinen Daumen zum Klingeln.
  3. Er möchte, weil er hat zuviel gegessen, keinen Kuchen mehr.

Im letzten Beispiel führt die falsche Verbstellung zu einem besonders holprigen Ergebnis. Ein richtiger Nebensatz mit weil lässt sich jedoch problemlos umstellen!

In den meisten Fällen hat weil das Wort denn verdrängt, das in den obigen Fällen benutzt werden kann. Denn steht mit Verbzweitstellung:

  1. Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, denn sie ist zerkratzt.Schule
  2. Elefanten können nicht Fahrradfahren, denn sie haben keinen Daumen zum Klingeln.
  3. Er möchte, denn er hat zuviel gegessen, keinen Kuchen mehr.

Rettet das denn!
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Sonderfälle

Manchmal ist Verbzweitstellung gleich Verbletztstellung. So lässt z. B. Kleist in Amphitryon den Sosias sagen:

Dein Stock kann machen, dass ich nicht mehr bin;
Doch nicht, dass ich nicht Ich bin, weil ich bin.
Der einzge Unterschied ist, dass ich mich
Sosias jetzo der geschlagne, fühle.

Interessant sind auch Konstruktionen mit einem Nebensatz als Objekt, wo die Regel aufgehoben sein kann:

  1. Ich schimpfe, weil ich, was du getan hast, weiß.
  2. Ich schimpfe, weil ich weiß, was du getan hast.
  3. Ich schimpfe, weil ich weiß, dass du es getan hast.
  4. Ich schimpfe, weil ich, dass du es getan hast, weiß.
In den Fällen 1 und 2 geht weil sowohl mit Verbletzt- als auch mit Verbzweitstellung. Beispiele 3 und 4 zeigen sogar einen Fall, wo weil nur mit Verbzweitstellung funktioniert!
Die Sätze mit denn sind aber wieder regelkonform nur mit Verbzweitstellung richtig:
  1. Ich schimpfe, denn ich, was du getan hast, weiß.
  2. Ich schimpfe, denn ich weiß, was du getan hast.
  3. Ich schimpfe, denn ich weiß, dass du es getan hast.
  4. Ich schimpfe, denn ich, dass du es getan hast, weiß.

Bemerkungen

In der gesprochenen Sprache wird seit neuestem das weil als Einleitung eines Hauptsatzes zugelassen, wenn danach eine Pause folgt: Wir kommen erst um zehn Uhr, weil – der Zug hatte Verspätung. Sinngemäß ersetzt der Gedankenstrich dabei die Konstruktion: Wir kommen erst um zehn Uhr, weil Folgendes der Fall ist: Der Zug hatte Verspätung.

Da es keine offizielle Stelle zur Regelung der deutschen Grammatik (über die Orthografie hinaus) gibt, gibt es hier eigentlich kein richtig und falsch. Ein Satzbau wird aber auf deutschesprache-schweresprache.de als richtig bezeichnet, wenn er im Grammatik-Duden als normkonform beschrieben ist.

Unschöne Gebräuche von weil

Das frühest nachgewiesene Vorkommen von weil statt denn habe ich in Rainer Werner Fassbinders Film »Angst essen Seele auf« von 1974 gefunden. Dort sagt eine Nachbarin:

Der Mann ist unten im Keller, ja, der Mann von Ihrer Frau Mutter, und hilft der Frau Ellis, den Keller umzuräumen, weil der Sohn von der Frau Ellis ist nämlich nach Norwegen versetzt worden, ganz plötzlich ...
Neuere Zitate kommen z.B. von Jens Lehmann, der in einem Interview der FAZ vom 18.5.2006 gesagt hat:
Ich bin direkt auf die Tribüne, und dann kamen meine Kinder und dann haben wir gemeinsam das Spiel gesehen. Ich habe mitgefiebert, weil es stand ja 1:0. Wenn es so geblieben wäre, wäre ich sehr froh. Aber jetzt bin ich einfach nur traurig.
Auf einer der Ärzte-Demonstrationen im Mai 2006 trugen zwei ein Schild, auf dem stand:
Für Patient und Arzt wirds knapp, weil Industrie und Bürokraten sahnen ab!!!
Und schließlich schreibt Rainald Goetz in seinem Internet-Tagebuch »Abfall für alle«:
Alle haben immer alles gelesen. Das stimmt überhaupt nicht. Weil man kann nur wahnsinnig wenig wirklich gut und ernsthaft und genau studiert haben.